- Autor
- Konrad Utz
- Revista
- Kant e-prints
- Edição
- 20
- Ano
- 2025
- DOI
- 10.20396/kant.v20i00.8682165
- Páginas
- e025012-e025012
- Idioma
- pt
Natürlich gibt es ganz verschiedene Quellen, aus denen Hegel geschöpft hat. Seine Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie beweisen nicht nur seine enorme Kenntnis, sondern auch seine außerordentliche Fähigkeit, die Denker der Geschichte aus deren eigener Perspektive heraus zu verstehen oder, wie er selbst sagen würde, zu begreifen, anstatt sie von vornherein dem eigenen Theorierahmen zu unterwerfen. Aber diejenige Philosophie, die nicht nur Grundstein, sondern zugleich auch Stein des Anstoßes für die Entwicklung Hegels war, ist in erster Linie die Kantische. Das zentrale Thema der verschiedenen Beiträge dieses Dossiers ist die Frage nach dem Verhältnis von Sein und Denken beziehungsweise von Sein und Sollen heraus. Das ist wenig erstaunlich. Aber es mag versöhnlich stimmen, dass das Ringen Hegels mit Kant wie auch schon Kants eigenes kritisches Projekt sich einfügen in das Ringen der Philosophie seit ihren Anfängen um diese Grundfragen. Man kann die hier vorgestellten Beiträge vorsichtig dahingehend resümieren, dass es weder Kant noch Hegel — entgegen ihrem eigenen Anspruch — gelungen ist, zu abschließend befriedigenden Antworten zu gelangen. Aber beide haben uns weit vorangebracht im Verständnis dieser Fragen selbst: im Begreifen dessen, wonach wir fragen, wenn wir nach dem Sein fragen in seinem Verhältnis zu Denken und Sollen.
