- Autor
- Anton Friedrich Koch
- Revista
- Kant e-prints
- Edição
- 20
- Ano
- 2025
- DOI
- 10.20396/kant.v20i00.8682011
- Páginas
- e025005-e025005
- Idioma
- pt
Der Aufsatz untersucht Hegels Auseinandersetzung mit Kants Kritik der reinen Vernunft, deren relative späte und vermittelte Rezeption durch Hegel ihm zu Missverständnissen Anlass gab. Zentral für Hegel ist die Evolution des logischen Raumes, die er in der Wissenschaft der Logik darstellt und die zur absoluten Idee als dem vollständig entwickelten logischen Raum führt, in dem Denken und Sein in Identität verschränkt sind. Dies vor Augen, kritisiert Hegel Kant extern, nicht, wie es seiner Methode entspräche, von Kants eigenen Prämissen her. Die Kritik gilt insbesondere Kants metaphysischer Deduktion der Kategorien, deren Urteilssystematik Hegel gleichwohl für seine spekulative Logik übernimmt. In der transzendentalen Deduktion begründet Kant die Objektivität des Realen über das Selbstbewusstsein und die Formen der Sinnlichkeit, somit nur für den Bereich von Raum und Zeit, den Hegel erst in seiner Philosophie der Natur (und des Geistes) untersucht. In der Logik entwickelt er zuvor eine ontologische Perspektive, in der ‚Urteile‘ und ‚Schlüsse‘ als logische Archetypen wirklicher diskursiver Urteile und Schlüsse untersucht werden, bis hin zur absoluten Idee, angesichts von deren Abgeschlossenheit, Kants revolutionäre Lehre von den Postulaten der reinen praktischen Vernunft Hegel unzugänglich bleibt.
